Geburtsbericht E-Wurf

16. Juli 2020

Als ich heute ca. 11 Uhr von der Arbeit nach Hause komme, sprintet Dineko mir direkt entgegen und begrüßt mich freudig. Sie ist die ganze Zeit über sehr anhänglich, kuschelig und irgendwie unruhig. Sie springt sofort auf und kommt mir miauend hinterher, sobald ich mich rühre. 

Diese Unruhe scheint mir schon ein gutes Zeichen zu sein. Ihre Atmung ist allerdings noch sehr ruhig und regelmäßig.

Dineko hat leicht gelblichen Ausfluss und durch ihren Bauch spüre ich nur wenige Kittenbewegungen.

Sie befindet sich bereits mitten in der Eröffnungsphase.

Die Eröffnungsphase einer erstgebärenden Katze kann bis zu 48 Stunden dauern.

Um 13 Uhr folgt sie mir wieder miauend in die Küche, woraufhin ich ihr noch einmal eine frische Schale Futter zubereite, welche sie auch direkt restlos verputzt. 

Danach geht die Unruhe weiter: Sie springt miauend in die Katzentoilette herein, scharrt links, scharrt rechts, hüpft wieder raus und wieder rein.

Danach legt sie sich erst einmal in den Sturdi, wo sie aber auch nicht lange verweilt.

Es folgt ein Satz auf den Kleiderschrank im Schlafzimmer, wo sie endlich wieder zur Ruhe kommt, sich ausschläft und Kräfte sammelt.

Gegen 15 muss ich leider auch selbst mal "für kleine Mädchen", was Dineko direkt wieder aufscheucht. Ihr genügt der Impuls der Badezimmertür, um ihren sicheren Schrank zu verlassen und wieder meine Nähe zu suchen. 

Dineko und ich legen uns dann gemeinsam auf die Couch, wo wir intensiv kuscheln. Sie rollt sich dabei stets in meinen Arm und platziert ihren Bauch unter meiner Hand, sodass ich den Tumult in ihrem Bauch hautnah erleben kann. Die Kitten bewegen sich jetzt wieder mehr. Es sind immer im Wechsel an verschiedenen Stellen feste Beulen zu spüren, die dann wieder verschwinden. 

Kurz vor 16 Uhr springt sie wieder auf. Ich nutze die Gelegenheit, um sie noch einmal zu wiegen. 3,96 kg hat Dineko mittlerweile auf den Hüften. Da sie sich in der Küche wieder vehement beschwert, mache ich ihr nochmals einen neuen Napf mit Futter fertig. Das Futter, das in der Küche steht, scheint nicht gut genug zu sein, denn das rührt sie nicht an. Das frische Näpfchen allerdings wird wieder direkt verputzt. Sie hat scheinbar immer noch einen großen Appetit. ☺

Es folgt wieder eine Kuscheleinheit auf dem Sofa, die wir beide genießen. Ihre Atmung ist phasenweise beschleunigt, hierbei wird es sich schon um erste, zarte Eröffnungswehen handeln.

17:30 Uhr steht sie dann wieder auf, dreht eine Runde im Wohnzimmer und bleibt vor der Küchentür stehen. Ich muss mir ein wenig das Lachen verkneifen, da sie total kuhhessig stehen bleibt. Ihr Bauch sieht mittlerweile sichtlich gesenkt aus. 

Bis ca. 19:30 Uhr schläft sie nun wirklich tief und fest auf der Couch, auch wenn ich aufstehe, bekommt sie es diesmal nicht mit. Sie hat zwischendurch wieder einen kurzen Vorwehenschub mit unrelmäßiger, flacher Atmung, danach schläft sie wieder fest ein. Die Kittenbewegungen sind während dieser Zeit immer noch kräftig spür- und sichtbar. 

Halb 10 ist Dineko wieder am Meckern und verlangt neues Futter.

17. Juli 2020

Nachts um 20 nach 2 bekommt Dineko erneut eine Mahlzeit. Dann wird erstmal geschlummert

9 Uhr gibt es wieder Futternachschub, diesmal frisst Dineko allerdings eher zögerlich. Gegen halb 12 putzt sie sich intensiv am Bauch und an den Zitzen. Wenig später steht sie auf, setzt sich hin, wirkt unruhig. Sie leckt sich wieder am Bauch, schaut sich zwischendurch immer wieder um und sucht ständig meinen Blickkontakt. Sie maunzt mich immer wieder an und kommt mir eigentlich die ganze Zeit hinterhergedackelt. ☺ 

Dineko geht nun erstmals leise in den Flur und schaut sich dort noch einmal nach mir um. Als ich sie anspreche, geht sie gurrend in das Wurfzimmer und legt sich in den Sturdi. Dort scharrt sie die Laken in den Ecken ein wenig zurück. Sie atmet recht schnell, aber gleichmäßig. Als sie sich zum Ruhen hinlegt, schurrt sie ununterbrochen und sie hält ihre Augen halb offen.

12:40 Uhr ist sie wieder im Tiefschlaf, sie atmet wieder ruhiger und weniger flach.

Lange schläft sie leider nicht, wieder springt sie auf und dreht eine Runde. Erneut steht sie vor mir und maunzt mich an, also folge ich ihr wieder ins Wurfzimmer. Dort frisst sie ein paar Happen. Sobald ich zur Tür rausgehe, kommt sie mauzend hinterher. Ich bleibe also im Wurfzimmer sitzen, bis Dineko aufgefuttert hat. Sie möchte mich scheinbar bei sich haben. 

Es folgen 2 intensive Kuschelstunden im Bett, währenddessen lässt Dineko sich sogar ein wenig den Bauch scheren. Für die bevorstehende Geburt finde ich es praktisch, eine möglichst freie Sicht zu haben, falls ich doch im Notfall eingreifen muss. Dineko schnurrt mit geschlossenen Augen vor sich hin und genießt die Schmusezeit sichtlich. Ich bemerke beim Streicheln, dass Neko ganz warme Ohren hat. Da die Körpertemperatur vor der Geburt ca. 1°C absinkt, nehme ich das zum Anlass, noch einmal Zeit für mich zu genießen und ein Bad zu nehmen. Das findet Dineko gar nicht toll. Zuerst sitzt sie auf dem Toilettendeckel und maunzt mich an. Nach einer Weile legt sie sich auf meinen am Boden liegenden Schlafanzug. Dort schläft sie dann die ganze Zeit über. 

Am Abend ist sie wieder sehr unruhig, sie scharrt in Wurfkiste und im Sturdi, maunzt dort und putzt sich viel. Sie ist weiterhin ununterbrochen am Schnurren. 

Als wir uns abends ins Bett legen, kommt Neko dazu und darf wieder Streicheleinheiten und Kuscheln genießen.

18. Juli 2020

Jetzt geht es los. Um 3 Uhr miaut Dineko mich hektisch wach. Sie wirkt total aufgeregt. Augenreibend nehme ich eine Taschenlampe und schaue mir einmal genau ihre Vulva an und tatsächlich ist bereits eine Fruchthülle sichtbar. 

Ich stehe also auf, ziehe mir Jogginghose und T-Shirt über und spreche Dineko ruhig und positiv zu. Als ich ins Wurfzimmer gehe, kommt sie mir schon direkt hinterhergesprintet und legt sich in die Wurfkiste. Der Wurfplatz ist also gewählt. 

Dineko hat jetzt deutlich sichtbare Presswehen. Vorbereitend auf das, was ihr bevorsteht, mixe ich ihr einen kleinen "Powercocktail" aus Eigelb, Traubenzucker und Calcium, den sie direkt runterschlingt. 

 

Die Geburt war für unsere Maus wirklich nicht einfach. Die Fruchthülle des ersten Babies ist bereits im Geburtskanal gerissen, sodass um 3:32 Uhr nur ein dunkles Schwänzchen aus der Vulva heraushängt. Selbstverständlich geht es mit einer Steißgeburt los. Grundsätzlich sind Steißgeburten nicht ungewöhnlich für Katzengeburten, aber als dann zeitgleich sowohl ein Vorder- als auch ein Hinterfüßchen herausschaut, bin ich doch beunruhigt, muss ich zugeben. Ungünstiger hätte Baby Nr. 1 nun wirklich nicht liegen können. Um 3:36 Uhr greift Dineko mit beiden Pfoten um meinen Arm, beißt sich fest und miaut laut. Mit der nächsten Wehe ist dann Baby Nr. 1 geboren.

So einen intimen Moment zwischen Mensch und Tier durfte ich bisher noch bei keiner Geburt erleben. ♥

Während Dineko Baby Nr. 1 ableckt, muss ich stutzen. Das sieht ja nach Torbie aus? Eigentlich hatte Dineko selbst bei ihrer Geburt ein schwarzes Kittencap, aber offensichtlich ist sie unter dem Weiß eine Tortie! Genetisch ist das natürlich noch viel interessanter! Mit Rot hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. 

Baby Nr. 1 hängt leider noch lange an der Nabelschnur, da die Plazenta erst mit der Geburt von Baby Nr. 2 um 4:17 Uhr - wieder eine Steißgeburt - heraus kommt. Es war schon niedlich zu beobachten, wie sauer Baby Nr. 1 derweil wurde, da es ja nicht an die Zitzen heran kam. Kaum geboren, wurde schon kräftig gemeckert. Als es dann endlich soweit ist und Dineko Baby Nr. 1 abnabeln kann, darf ich auch einen genauen Blick auf das Kätzchen erhaschen. Tatsächlich scheint sie eine Black Silver Torbie Maus zu sein. Ich schaue sie mir ein mal genau an und lege sie kurz auf die Waage. Startgewicht 77g. 

Dineko schleckert derweil Baby Nr. 2 trocken. Ein weißes Baby mit schwarzem Kittencap. Nach dem Abnabeln schnappe ich mir auch dieses Kätzchen, schaue es an - es scheint ein Junge zu sein - und wiege es: 83 g Startgewicht.

 

Halbzeit

 

Dineko ist sichtlich erschöpft nach diesen beiden nicht ganz einfachen Geburten. Sie hat jetzt keine Presswehen mehr, sondern sanftere Nachwehen. 

Eine kleine Pause nach der Hälfte der Kitten ist aber ebenfalls nicht ungewöhnlich. 

Dineko ruht sich bis ca. 6:50 Uhr aus, bis es weitergeht mit Presswehen. Wenig später um Punkt 7 Uhr kommt auch Baby Nr. 3 zur Welt. Die erste Kopfgeburt! ☺

Und ich mag meinen Augen kaum trauen: ein knallrotes Baby! Da es genetisch nicht anders möglich ist, weiß ich ohne zu schauen, dass Baby Nr. 3 ein Junge ist. Auch er hängt leider noch recht lange fest, da auch seine Plazenta erst mit dem letzten Baby um 7:31 Uhr herauskommt.

Als es endlich soweit ist, wird auch er blitzschnell von Dineko abgenabelt und von mir gewogen: 92 g Startgewicht. 

Das 4. und letzte Baby ist ebenfalls weiß, allerdings ohne sichtbares Kittencap. Die Waage zeigt ein Gewicht von 104 g und auch bei diesem weißen Baby handelt es sich um einen Jungen.

Die Zwerge hängen jetzt alle gesund und munter an der Milchbar ☺

Dineko ist rundum zufrieden mit ihren Babies und kümmert sich rührend um sie ♥

Letztes Update:        24. Oktober 2020

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© Jannika Kliebisch